Fotografie Grundlagen

Für ein perfektes Foto müssen an der Kamera verschiedene Parameter eingestellt werden. Je nach verwendeten Kameramodell kann dies teilweise durch die Kamera automatisch erfolgen. Ich stelle Ihnen hier die wichtigsten vor: Alle Testbilder wurden mir einer Nikon D90 aufgenommen und der nikoneigenen Software View NX entwickelt.

Fokus

Der Fokus ist der wichtigste Parameter. Dieser bestimmt, welche Teile des zu fotografierenden Objektes scharf abgebildet werden. Nahezu alle moderen Kameras bieten Ihnen die Möglichkeit, den Fokus automatisch einzustellen. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

Welcher Teil des Objektes scharfgestellt werden muß, bestimmen Sie als Fotograf. Bei Porträts gilt als Faustregel, das nächstgelegene Auge der porträtierten Person scharf zu stellen. Beachten Sie: Eine falsche Fokussierung kann nachträglich nicht mehr korrigiert werden. Sie können zwar mit Scharfzeichnern den Schärfeeindruck in engen Grenzen verbessern, Details, die durch falsche Fokussierung verloren gegangen sind, können diese jedoch nicht wieder herstellen.

Wenn Sie näher an das Motiv herangehen, ändern Sie den Vergößerungsfaktor des Bildes und Sie müssen den Fokus anpassen. Sie müssen dabei aber einen Mindestabstand einhalten, der von Ihrem Objektiv abhängt. Der Vergrößerungsfaktor beeinflußt auch die Schärfentiefe. Je stärker das Motiv auf dem Film bzw. Sensor vergrößert wird, desto geringer fällt die Schärfentiefe aus. Mehr zum Thema Schärfentiefe lesen Sie im Abschnitt Blende.

Belichtung

Mit der Kombination aus den drei Parametern Blende, Zeit und Empfindlichkeit steuern Sie die Belichtung des Bildes. Sie sollten Ihre Bilder stets so belichten, daß helle Partien nicht überstrahlen und dunkle Partien noch genügend Details zeigen können. In praktisch allen Kameras ist ein Belichtungsmesser eingebaut, der Ihnen einen, zwei oder sogar drei der Parameter automatisch einstellt und so eine korrekte Belichtung garantiert. Wenn es jedoch trotzdem mal nicht geklappt hat, kann eine falsche Belichtung in gewissen Grenzen nachträglich korrigiert werden. Insbesondere dann, wenn Sie eine RAW-Datei bzw. einen Film zur Verfügung haben. Diafilme reagieren aber leider besonders empfindlich auf Fehlbelichtungen, Negativfilme sind hier besonders robust, digitale Sensoren liegen in etwa in der Mitte. Welche Möglichkeiten Ihre Kamera bietet, die Belichtung zu messen oder gar einzustellen, lesen Sie bitte in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera nach.

Die üblichen Werte für die Blende sind: 1, 1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22.
Die üblichen Werte für die Zeiten in Sekunden sind 1/8000, 1/4000, 1/2000, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60, 1/30, 1/15, 1/8, 1/4, 1/2, 1, 2, 4, 8, 15, 30.
Die üblichen Werte für die Empfindlichkeit in ISO sind 25, 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400.
Je nach Kameramodell können Sie auch Zwischenwerte in halben oder drittel Stufen einstellen. Die maximalen und minimalen Werte, die Sie einstellen können, hängen auch vom verwendeten Kameramodell und dem Objektiv ab.

Wenn Sie die nächst größere Blendenzahl verwenden, müssen Sie die Belichtungszeit verdoppeln oder die doppelte ISO-Zahl verwenden, um die gleiche Belichtung zu erreichen. Eine Veränderung eines Wertes um eine Stufe in diesen Reihen bewirkt eine Veränderung der Belichtung um eine Blendenstufe. Häufig finden Sie in der Literatur statt dessen die Abkürzung EV.

Im nachfolgenden werden die Wirkungen der einzelnen Parameter erläutert.

Blende

Mit der Blende regeln Sie den Durchmesser der Iris innerhalb des Objektivs. Je größer der Durchmesser ist, desto mehr Licht fällt bei gleicher Zeit auf Ihren Film bzw. Sensor. Beachten Sie, daß die Blendenzahlen das Verhältnis zwischen dem effektive Durchmesser der Iris und der Brennweite des Objektivs angeben. Bei einer Brennweite von 50 mm und einer Blende von f/1.8 ergibt dies einen Durchmesser von ca. 27,8 mm. Größere Blendenzahlen verkleinern den Durchmesser (f/22 bei 50 mm Brennweite ergibt einen Durchmesser von 2,27 mm. Die Blende verstellen Sie entweder am Blendenring des Objektivs, an einem Drehregler an der Kamera, über das Menü der Kamera oder wird automatisch eingestellt. Sehen Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera wegen Details nach.

Mit der Blende steuern Sie die Helligkeit des fertigen Bildes. Wenn Sie die Blende vergrößern, müssen Sie dies durch eine Verkürzung der Belichtungszeit kompensieren. Umgekehrt müssen Sie die Belichtungszeit verlängern, wenn Sie die Blende verkleinern. Alternativ können Sie aber auch die Empfindlichkeit des Sensors ändern bzw. einen anderen Film verwenden.

Daneben hat die Blende auch einen direkten Einfluß auf die Gesamtschärfe des Bildes. Je größer die Blende desto kleiner wird die Schärfentiefe d.h. der Bereich, der vor und hinter Ihrem anfokussierten Objekt scharf abgebildet wird, umgekehrt kann der Schärfebereich erweitert werden, indem die Blende verkleinert wird. Wenn die Blende allerdings zu klein eingestellt wird (z.B. Blende 22) kann es durch Beugungseffekte zu einer Unschärfe in gesamten Bild kommen. In diesem Fall sollten sie nach Möglichkeit die Blende weiter öffnen. Die Schärfentiefe wird aber auch vom Vergrößerungsfaktor des Objektivs beeinflußt, den Sie mit der Brennweite oder mit dem Aufnahmeabstand einstellen können.

Eine falsch eingestellte Blende können Sie nachträglich nicht korrigieren.


Große Blende f/2,8: Sie sehen nur einen kleinen Schärfebereich.


Kleine Blende f/22: Sie sehen einen großen Schärfebereich.

Zeit

Mit dem Zeitenregler Ihrer Kamera steuern Sie die Belichtungszeit. Je länger Sie diesen Zeitraum wählen, desto mehr Licht fällt auf Ihren Film bzw. Sensor und Sie müssen dies wie schon im vorigen Abschnitt beschrieben durch Öffnen bzw. Schließen der Blende kompensieren. Auch hier können Sie dies jedoch auch mit der Empfindlichkeit des Sensors bzw. Film kompensieren.

Mit der Verlängerung der Belichtungszeit, werden bewegte Motive unschärfer dargestellt (Bewegungsunschärfe). Wollen Sie die Bewegung einfrieren, müssen Sie die Belichtungszeit möglichst kurz wählen. Bei langen Belichtungszeiten werden Sie auch ein Stativ verwenden müssen, da je länger die Belichtungszeit dauert, es schwieriger wird, die Kamera ruhig genug zu halten, um ein scharfes Bild zu erhalten. Als Faustregel gilt: Maximale Belichtungszeit, die ohne Stativ verwendet werden kann ist der reziproke Wert der Brennweite in Millimeter. Beispiel: 200mm Brennweite ergibt eine maximale Belichtungszeit von 1/200 Sekunde. Tatsächlich hängt dies noch von mehr Faktoren ab, so verzeihen moderne Objektive mit Stabilisatoren eher eine unruhige Hand, jedoch sind hochauflösende Sensoren empfindlicher. Dann hängt es natürlich auch von Ihnen selbst ab, wie ruhig Sie Ihre Kamera halten können. Probieren Sie es also selbst aus, wie gut Sie ohne Stativ auskommen.

Eine falsch eingestellte Zeit können Sie nachträglich nicht korrigieren.

Hier zeige ich Ihnen ein paar Beispielbilder:


Kurze Belichtungszeit von 1/4000 Sekunde. Die Bewegung wurde eingefroren.


Lange Belichtungszeit von 1/30 Sekunde. Kamera wurde mitgezogen, weshalb der Zug scharf dargestellt wird der Boden jedoch unscharf ist.


Lange Belichtungszeit von 1/40 Sekunde. Die Bewegung des Zuges ist deutlich zu sehen.

Empfindlichkeit (ISO)

Mit der Filmempfindlichkeit steuern Sie, wieviel Licht der Sensor bzw. der Film für ein korrekt belichtetes Bild benötigt. In der Analogfotografie wählen Sie die Filmempfindlichkeit durch den Kauf eines entsprechenden Filmes. Nachträglich können Sie dies nur für den ganzen Film in gewissen Maßen ändern, in dem Sie eine falsche Empfindlichkeit an der Kamera einstellen und dies bei der Entwicklung entsprechend berücksichtigen (lassen). Bei digitalen Kameras können Sie dies bei jedem Bild neu einstellen. Je höher die Empfindlichkeit des Films bzw. des Sensors eingestellt wurde desto stärker zeigt sich die Körnung des Films bzw. desto stärker steigt das Rauschen im fertigen Bild. Je nach Qualität des Films bzw.. des Sensors werden Einschränkung in der Bildqualität früher oder später sichtbar. Gerade die kleinen Sensoren der Kompakt- und der Handykameras neigen dazu sehr früh zu rauschen. Größere Sensoren im APS- oder Kleinbildformat erlauben hier teilweise recht hohe Werte. Auch hängt es davon ab, wie die fertigen Bilder weiterverarbeitet werden sollen. Generell gilt, stellen Sie die Filmempfindlichkeit so niedrig wie möglich ein und benutzen Sie höhere Werte nur dann, wenn andere Parameter (Blende, Zeit oder zusätzliches (Blitz)licht) nicht mehr verändert werden können oder wenn Sie eine bestimmte Zeit wegen der Bewegungsunschärfe oder eine bestimmte Blende wegen der Schärfentiefe einstellen wollen und das vorhandene Licht dies bei einer niedrigen Empfindlichkeit nicht erlaubt.

Bei den folgenden Testbilder handelt sich jeweils um Ausschnitte aus den Originalbildern.


Bild aufgenommen mit ISO 200, 13 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 800, 3 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 1600, 1,6 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 3200, 1/1,3 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 6400, 1/2,5 Sek., Blende f/22.

Hier nun die gleichen ISO-Werte, diesmal jedoch die ganzen Bilder. Sie sehen, daß die Wirkung des Sensorrauschens auch sehr stark von der Ausgabegröße abhängt.


Bild aufgenommen mit ISO 200, 13 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 800, 3 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 1600, 1,6 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 3200, 1/1,3 Sek., Blende f/22.


Bild aufgenommen mit ISO 6400, 1/2,5 Sek., Blende f/22.

Brennweite

Mit der Brennweite steuern Sie den Vergrößerungsfaktor, mit dem Ihr Motiv auf dem Film bzw. dem Sensor aufgenommen werden soll. Je länger die Brennweite ist, die Sie ausgewählt haben, desto größer erscheint auch Ihr Motiv auf dem Film bzw. Sensor. Sie können zwar auch näher herangehen, dann verändern Sie aber auch die Perspektive.

Der Vergrößerungsfaktor beeinflußt auch die Schärfentiefe. Je stärker das Motiv auf dem Film bzw. Sensor vergrößert wird, desto geringer fällt die Schärfentiefe aus. Mehr zum Thema Schärfentiefe lesen Sie im Abschnitt Blende.

Beachten Sie auch, daß der Bildwinkel nicht nur von der Brennweite sondern auch vom verwendeten Film- bzw. Sensorformat abhängt. Ein Objektiv dessen Brennweite der Diagonale des Films bzw. des Sensors entspricht ist ein „Normalobjektiv“, weil seine Bildwirkung in etwa dem des menschlichen Auges entspricht. Für eine Mittelformatkamera bedeutet dies, daß eine Brennweite von 85 mm einem Normalobjektiv entspricht. Bei einem Kleinbildformat ist dies in etwa 50 mm Brennweite und bei einem APS-C-Sensor ist dies in etwa 35 mm. Die Brennweite eines Objektivs ändert sich nicht, wenn die Sensorgröße bzw. Filmgröße geändert wird. Objektive, die eine kürzere Brennweite aufweisen, werden „Weitwinkelobjektiv“ genannt. Objektive, die eine längere Brennweite aufweisen, werden „Teleobjektiv“ genannt. Objetive, bei denen die Brennweite geändert werden kann, werden „Zoomobjektiv“ genannt.

Nachträglich können Sie eine falsch gewählte Brennweite nur verlängern indem Sie einen Bildausschnitt wählen. Dies geht aber einher mit einem Auflösungsverlust. Daher sollten Sie stets versuchen den korrekten Ausschnitt zu wählen.

Was nun die richtige Brennweite ist, hängt sehr stark vom Motiv und der gegebenen Situation ab. Bei einem Kopfporträt auf einem APS-C Sensor mit 35 mm Brennweite müßten Sie der porträtierten Person schon auf 50 cm auf die Pelle rücken. Eine 70 mm Brennweite erlaubt hier schon einen Abstand von ca 1. Meter. Für ein Ganzkörperporträt ist das 35 mm Objektiv hingegen schon fast zu lange, da sie sich hierbei je nach Größe der Person schon um 2,5 - 3 m von der Person entfernen müssen. Hier können Sie sich ein Programm herunterladen, mit dem Sie Abstände und Schärfentiefe für verschiedene Sensorgrößen und Brennweiten berechnen können:

CRESD GmbH

Und hier wieder ein paar Beispielbilder:


Eine Brücke aufgenommen mit 28 mm Brennweite auf einem APS-C Sensor.


Die selbe Brücke aufgenommen vom selben Standort mit 70 mm Brennweite auf einem APS-C Sensor.


Wieder diese Brücke aufgenommen mit 28 mm Brennweite diesmal von einem anderen Standort.

Weißabgleich

Mit dem Weißabgleich steuern Sie das Farbempfinden des Films bzw. des Sensors. Die Einstellung sollte zur verwendeten Lichtquelle passen.

In der anlogen Fotografie steuern Sie den Weißabgleich durch die Wahl eines entsprechenden Filmes (Tageslichtfilm oder Kunstlichtfilm). Nachträglich können Sie dies durch die Wahl eines entsprechenden Vorsatzfilters oder bei der Vergrößerung korrigieren.

Bei einer Digitalkamera müssen Sie den Weißabgleich durchführen, bevor Sie die fertigen Bilder entwickeln. Nachträglich kann der Farbstich zwar entfernt werden, besser ist es aber dies gleich beim Entwickeln korrekt einzustellen. Wenn Ihre Kamera sogenannte RAW-Dateien erzeugen kann, können Sie den Weißabgleich auch am Computer durchführen. Am besten ist es aber, wenn Sie vor der Aufnahme, den Weißabgleich mit einer Graukarte durchführen. Viele Kameras bieten auch die Möglichkeit, den Weißabgleich automatisch zu regeln. Sehen Sie jedoch hierzu in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera nach.

Weitere Parameter

Bei der Entwicklung des fertigen Bildes können Sie verschiedene Parameter einstellen, um die Qualität des Bildes zu verbessern. In aller Regel geschieht dies, wenn die Sensordaten der Kamera in das fertige Bild umgewandelt werden. Bei Kameras, die Ihnen erlauben, die Sensordaten am Computer zu verarbeiten, können Sie dies nachträglich ohne Qualitätsverlust ändern. Bei anderen Kameramodellen ist dies nur mit Qualitätsverlust möglich. In der Analogfotografie können Sie diese Parameter nur durch die Wahl eines geeigneten Films, Fotopapiers, der Chemikalien, Temperaturen und Zeiten festlegen.

Kontrast

Mit dem Kontrast legen Sie fest, wie stark sich helle von dunklen Partien des Bildes unterscheiden sollen. Bei Digitalkameras können Sie den Kontrast entweder bei der Aufnahme oder beim Entwickeln des fertigen Bildes festlegen. Mit Hilfe einer sogenannten Gradationskurve können Sie sehr detailliert das Kontrastverhalten des Bildes einstellen.


Bild entwickelt mit dem niedrigsten Kontrast.


Bild entwickelt mit normalen Kontrast.


Bild entwickelt mit dem höchsten Kontrast.

Helligkeit/Belichtung

Beim Entwickeln des Bildes oder später in der Bildverarbeitung können Sie noch mal die Helligkeit des Bildes beeinflussen. Die geht aber nur in engen Grenzen und i.d.R. nicht ohne Qualitätsverlust. Sie sollten daher stets versuchen, vor der Aufnahme eine korrekte Belichtung zu erreichen. Wenn Sie die Helligkeit anpassen, sollten Sie i.d.R. auch den Kontrast überprüfen, wenn dies nicht schon von der Bildverarbeitung gemacht wird.

Farbsättigung

Mit der Farbsättigung bestimmen Sie die „Farbigkeit“ des Bildes. In der Analogfotografie legen Sie die Farbsättigung durch geeignete Wahl des Filmes bzw. des Fotopapiers fest. Bei Digitalkameras können Sie die Farbigkeit beim Entwickeln des fertigen Bildes festlegen.

Hier wieder ein paar Beispielbilder


Schwarzweißbild: Keine Farbsättigung mehr.


Farbsättigung vor dem Entwickeln auf –3 eingestellt.


Farbsättigung vor dem Entwickeln nicht verstellt.


Farbsättigung vor dem Entwickeln auf +3 eingestellt.

Schärfe

Bei Digitalkameras können Sie den Schärfeeindruck des Bildes in gewissen Rahmen verbessern. Sie können dies aber nur in einem sehr beschränkten Masse durchführen. Die Nachschärfung ersetzt auf keinen Fall einen korrekt eingestellten Fokus, da Details, die durch einen falsch eingestellten Fokus verloren gegangen sind, nicht wiederhergestellt werden können. Wenn Sie die Schärfe korrigieren wollen, sollte dies stets der letzte Bearbeitungsschritt sein, da insbesonders eine Größenänderung des Bildes den Schärfeeindruck negativ beeinflussen kann.


Das Originalbild ohne Nachschärfung.


Das gleiche Bild mit voller Nachschärfung.

Rauschunterdrückung

Mit Hilfe spezieller Algorithmen kann das Rauschen der Sensoren unterdrückt werden. Dies geht aber stets einher mir einem Detailverlust. Die Rauschunterdrückung der Kamera geschieht bei den meisten Geräten vor dem Speichern der Bilddaten. Es gibt aber auch spezielle Filter für die Bildverarbeitungsprogramme, die es erlauben, dies auch nachträglich durchzuführen.. Je höher sie die Empfindlichkeit des Sensors einstellen, desto stärker neigt der Sensor zum Rauschen und desto stärke sollten Sie die Rauschunterdrückung aktivieren.

Dateiformat

Viele Kameras erlauben die Auswahl eines Dateiformats bei der Speicherung der Bilder. Hierbei stehen in der Regel folgende Formate zur Verfügung: JPEG, RAW und TIFF. Für eine sinnvolle Auswahl des richtigen Formats müssen Sie folgendes beachten:

JPEG: Dieses Format verwendet grundsätzlich eine verlustbehaftete Komprimierung, was bedeutet, daß an einigen Stellen des Fotos eine mögliche Auflösung verschenkt wird, um die Datei möglichst platzsparend speichern zu können. Je stärker die Komprimierung eingeschaltet wurde, desto stärker könnte der Auflösungsverlust sichtbar sein. Übliche Kameras haben aber schon von Haus aus eine so gute Auflösung, daß die Komprimierungsartefakte nicht sichtbar sind. In der Regel können Sie auch die Stärke der Komprimierung selbst auswählen. Häufig heißen die Einstellungen Fine, Standard und Basic. Darüber hinaus verwendet JPEG pro Farbkanal eine Tiefe von 8 Bit. Das bedeutet, daß max 256 Abstufungen beim Speichern eines Farbwertes pro Kanal möglich sind. Das reicht für die meisten Ausgabegeräte (Bildschirm, Drucker) und auch für das menschliche Auge aus, Sie haben dann aber kaum noch Bearbeitungsspielraum. Viele Kameras erlauben bei der Speicherung von JPEG-Dateien auch die Skalierung der Bilddatei, so daß Sie die Gesamtauflösung des Fotos reduzieren können. Diese Einstellungen heißen dabei häufig: Large, Medium, Small.

RAW: Hiermit werden die unbearbeiteten Daten, des Aufnahmesensors gespeichert. Je nach Sensor werden dabei aber in aller Regel pro Pixel nur der Farbwert einer Grundfarbe gespeichert die anderen beiden werden dann bei der „Entwicklung“ aus den benachbarten Pixeln berechnet. Die Bittiefe ist bei RAW-dateien i.d.R. deutlich größer wie die erforderlichen 8 Bit, so daß Sie hier auch noch mehr Bearbeitungsspielraum haben. Dies wird schon allein deshalb benötigt, weil hier noch kein Weißabgleich und keine Rauschunterdrückung durchgeführt wurde. Das Hauptproblem bei RAW-Dateien aber ist, daß dieses Format nicht standardisiert ist. D.h. Sie benötigen spezielle Software zur Anzeige und Bearbeitung der Fotos. Diese finden i.d.R. auf der zur Kamera mitgelieferten CD. Es gibt aber auch eine große Anzahl spezieller RAW-Entwicklungsprogramme diverser Fremdhersteller, die auch teilweise kostenlos ist. Vom Arbeitsablauf entspräche dies in der konventionellen, analogen Fotografie am ehesten dem Negativfilm.

TIFF: Dieses Format finden Sie i.d.R. nur bei den professionellen Kameras. Im Gegensatz zu JPEG wird eine verlustfreie Komprimierung verwendet und es ist auch mehr als 8 Bit pro Farbkanal und Pixel möglich. Im Gegensatz zu RAW wird bei der Speicherung auch der Weißabgleich und die Rauschunterdrückung schon hineingerechnet. Da das Format standardisiert ist, benötigen Sie auch keine spezielle Software zur Anzeige und Bearbeitung der Fotos. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme können dieses Format bearbeiten.


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